Erweiterte Perspektiven auf den Menschen als spirituelles Wesen

Milo Munnix über „Die Wahl“ (Teil 2 / 2)
Fortsetzung der Buchbesprechung

Das Einlassen auf das dort Gesagte hat für mich persönlich Früchte getragen. Das Lesen dieses Buches hat Distanz gebracht: Distanz zu mir selbst als Mensch auf dieser Erde. Als Kind war ich mit der Schule in einem Museum über die Geschichte des Menschen. Die Betrachtung der menschlichen Figuren in Glaskästen hat in mir ein ähnliches Gefühl der Distanz ausgelöst wie das Lesen dieses Buches. Es hat für mich neue Perspektiven auf mein Leben und die Frage, wonach ich mein Handeln ausrichte, eröffnet. Die annehmende Art, in der in dem Buch über uns geschrieben wird, hat in mir eine entspannte und nüchterne Ruhe erzeugt, aus der ich anders auf mich und mein Leben schauen kann.

Ein wichtiger Aspekt dieses Buches ist der Fokus auf eine ethische Ausrichtung als Mensch. Die Wichtigkeit vom Handeln nach ethischen Werten, trotz all der Widrigkeiten, die uns daran hindern, wird stark hervorgehoben. Dabei liegt der Fokus weniger auf abstrakten philosophischen Überlegungen, sondern viel mehr auf praktischen Beispielen und kleinen Erläuterungen aus dem Leben der Autorin. Die Wahl, von der auch im Titel gesprochen wird, bezieht sich auf die Frage, welchen Werten wir folgen wir. Auch die Folgen, wenn jemand die Wahl trifft, seine Mitmenschen zu benutzen, um allein das eigenen Selbst zu stärken und zu entwickeln, werden beleuchtet. Allerdings wird es nicht verurteilt, sondern es werden nur die Folgen eines solchen Handelns nüchtern aufgezeigt. Die Haltung, aus der in dem Buch gesprochen wird, integriert folgenden Aspekt: Wenn Gott uns die Möglichkeit geben hat, solche Entscheidungen zu treffen, dann ist es auch von Gott akzeptiert, wenn wir dies tun.

Irritation hat in mir die Fokussierung auf das Jahr 2012 hervorgerufen. Das Jahr wird immer wieder als wichtiges Datum genannt, allerdings bleibt unklar, was es genau mit diesem Zeitpunkt auf sich hat. Die Frage, welche Auswirkungen das Verstreichen dieses Jahres auf uns heute hat, ist für mich ungeklärt geblieben.

Eindrücklich ist für mich der Punkt, dass in den „gechannelten“ Botschaften der letzten Jahrzehnte eine Ähnlichkeit in den Grundaussagen existiert, die wiederum eine gewisse Übereinstimmung mit den Botschaften der großen Weltreligionen haben. In den Worten Ras lautet sie, dass alles eins und in jedem Erfahrungsmoment dieses „Einen“ Liebe enthalten ist. In dieser Denkweise entsteht und erfährt der Kosmos sich selbst durch drei „Verzerrungen“ von ruhender Einheit: freier Wille, Liebe und Licht. Das Buch eröffnet Perspektiven, die das eigene Weltbild öffnen und weiten. Die Autorin benutzt eine einfache verständliche Sprache, um über komplexe Inhalte zu sprechen. Es fordert den Leser heraus, sich zu positionieren und eine Wahl zu treffen. Das Buch beleuchtet die Fragen, was für uns Menschen als spirituelle Wesen wichtig zu erachten ist und wie wir uns gut in der Welt ausrichten können.